30 Jahre Freeway Rider's MC Gelsenkirchen

Ein rundes Jubiläum ist immer ein spezieller Grund für eine ausführliche Darstellung der Entwicklung des Clubs von der Gründung bis Heute. Am Anfang steht dann immer eine Gruppe Jugendlicher, die in den siebziger Jahren auf ihren 50ern die Gegend unsicher gemacht haben und sich dann entschlossen, einen Motorradclub zu gründen. Das gilt auch für die Entstehungsgeschichte des Freeway Rider´s MC. Die Bikers News berichtete fünfundzwanzig Jahre später ausführlich über die Entwicklunsggeschichte des Chapters Gelsenkirchen, und wir sparen uns hier deshalb eine Wiederholung. Nur kurz zur Erinnerung:
Klaus, genannt „Hüpper“, und ein paar andere wilde Jungs aus dem Pott hatten sich 1974 als Chapter Gelsenkirchen dem bereits bestehenden Freeway Rider´s MC Hagen angeschlossen. Das Color des Motherchapter Hagen bestand aus einem Rad mit einem Eisernen Kreuz, das 1977 durch den bekannten Totenkopf mit Schirmmütze ersetzt wurde.

Heute zählt der Freeway Rider´s MC Zwanzig Vollchapter in Deutschland , eins in Polen und 2 Probechapter (PC genannt). Nicht nur das Chapter Lüdenscheid, sondern auch Bochum, Wanne-Eickel und Wattenscheid wurden von Mitgliedern aus Gelsenkirchen gegründet. So ist auch Hüpper heute nicht mehr in Gelsenkirchen, sondern Gründer und Vorstand des Chapters Wattenscheid.
Hüpper ist übrigens das einzige Mitglied der Freeway Rider´s, der volle 30 Jahre dabei ist. Bei den Gelsenkirchenern stellt Puffi mit zwanzig Jahren Mitgliedschaft die „graue Eminenz“, nicht wenige seiner Brüder sind achtzehn, neunzehn Jahre dabei. Trotzdem ist das Chapter aus Gelsenkirchen weit davon entfernt, wegen Überalterung auszusterben. Im Gegenteil: man baut auf die Erfahrung derer, die schon lange dabei sind und setzt auf stabiles Wachstum mit neuen Mitgliedern.

Ein Beispiel für den gelebten Zusammenhalt erzählt Lüdi, heute Vorstand des Chapters Lüdenscheid: „Ich bin jetzt zwanzig Jahre dabei. Ich wohne zwar in Lüdenscheid, war damals aber Mitglied in Gelsenkirchen. Dann musste ich meinen Führerschein zum Trocknen aufhängen. Natürlich sind ein gültiger Führerschein und ein Motorrad Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in einem Motorradclub. Meine Brüder aber haben zu mir gesagt: Du gehörst zu uns, und wenn wir Dich brauchen, dann holen wir Dich eben ab. Gesagt, getan, und so bin ich dabei geblieben.“

Zumindest im Geiste seiner Brüder immer dabei ist auch Teddy, der unerwartet im Sommer 2001 verstarb. Seitdem fahren die Freeway´s regelmässig zu Teddys Grab und haben ihm im Clubhaus eine Memory-Vitrine eingerichtet.

 

Vorstand

Der gesamte Club wird demokratisch geführt. In Gelsenkirchen gibt es zwei gewählte Vorstände (Haka und Micha), die aber nicht den Status allmächtiger Präsidenten haben. Haka: „Der Vorstand fungiert als Sprachrohr. Trotzdem braucht jedes Chapter erfahrene Mitglieder, die sagen, wo es langgeht.“
Vorstand Micha legt Wert auf die Feststellung, daß jedes Chapter zwar für sich selbst klarkommen muss, sich aber stets auf die Gemeinschaft verlassen kann: „Jedes Chapter ist nur ein Teil des Ganzen.“

 

Supporter

Nachwuchsprobleme kennen die Gelsenkirchener nicht - dafür sorgen auch die Supporter. Prinzipiell kann fast jeder den Supportern beitreten, wichtig ist dabei nur, das die Leute den Club nicht in Misskredit bringen. Schließlich sind auch die Supporter an einem Aufnäher auf dem Rücken zu erkennen, sind aber kein eigenständiger Motorradclub. Viele Supporter können oder wollen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht MC-Member werden. Trotzdem sind heute zwei ehemalige Supporter Mitglieder der Freeways aus Gelsenkirchen.

 

Die Blonde und das Bike

Eine Verpflichtung, Milwaukee-Eisen zu fahren, gibt es nicht: „Wichtig ist nicht die Maschine, sondern der Mann der sie fährt.“ Trotzdem werden neben Harleys schwere und schnelle Maschinen bevorzugt. Ein typisches Beispiel ist die Yamaha Vmax von Frank.
Sie hat 1200 ccm und bringt bei 9.500 Umdrehungen satte 140 PS auf die Straße. Als Frank sie kaufte, war sie „total verhunzt“.
Da Frank nicht aufs Bild wollte, musste eben ersatzweise eine knackige Blondine her. Für die Freeways gehört ein Strip zu einer Party wie Lagerfeuer, Bier, Bands und gute Laune. Das gilt auch für die traditionellen Nikolausparties, auf der letztes Jahr – nicht zum ersten mal - Chantal auftrat. Knackig kalt war es auf der letzten Nikolausparty und auch auf unserer Fotosession zeigte das Thermometer kaum mehr als null Grad. Das wollten die Freeways dem blondem Engel nicht noch einmal zumuten und verlegten die Fotosession kurzerhand ins gut geheizte Clubhaus.

 

PC Chapter GE- Eastside

Seit ein paar Monaten gibt es neben dem Chapter in Gelsenkirchen das PC Chapter „GE- Eastside“. Die berechtigte Frage, warum die Mitglieder des PC Chapters nicht direkt bei den Gelsenkirchenern probelaufen, sondern versuchen, ihr eigenes Ding durchzuziehen, beantwortet Ralle, Vorstand des PC GE-Eastside:
„Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die seit vielen Jahren zusammen fährt. Unsere Ansichten und Vorstellungen decken sich mit denen der Freeway Rider´s, wir haben aber nicht die gleiche Vergangenheit und wollen keinen Staat im Staate.“
In den siebziger Jahren gab es viele Motorradclubs im Ruhrgebiet. Einer von ihnen war der Motorrad-Sport-Club MSC Rothausen. Man traf die Jungs meistens am Wochenende auf einem Truppenübungsplatz oder einer Rennstrecke in Holland. Feiern und Geländemaschinen im Schlamm versenken, waren die bevorzugten Freizeitbeschäftigungen.
Im Laufe der Jahre folgte der Umstieg auf Straßenmaschinen und schließlich auf „Chopper“. Aus dem MSC wurde der Meadows Clan, mit eigenem Abzeichen, aber ohne MC-Status. Jetzt bilden die Meadows mit elf Mitgliedern und zwei Proben das Freeway Rider´s PC GE-Eastside. Ralle spielte mit seiner Band „Mr. Blue“ immer wieder mal auf Partys in Gelsenkirchen, und wird auch auf dem 30-Jahres-Event auf der Bühne stehen.


 

Die Jubiläums-Party

Seit 1990 haben die Gelsenkirchener an der A42 ein weitläufiges Gelände, das offiziell als Motorradbegegnungsstätte eingetragen ist und in der Vergangenheit auch schon mal zu Fussballturnieren genutzt wurde. Da spielten dann die Freeway´s gegen die Biker Union oder befreundete Clubs, und am Ende gab es eine Party, die der Turnierverlierer finanzieren durfte.
Auf diesem Gelände findet jedes Jahr mindestens eine große Sommerparty mit mehreren Livebands statt. Der ewige Auf- und Abbau einer geeigneten Bühne nervte immer wieder aufs Neue und war auch nicht gerade billig. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Club dazu entschloss, in eine eigene, fest installierte Bühne zu investieren.
Die imposante Bühne wird auch dieses Jahr, und zwar vom 16. bis zum 18. Juli den Mittelpunkt der Jubiläumsparty bilden. Und obwohl wieder zwei Tage Party mit einem Rahmenprogramm angesagt ist, bei dem keine Wünsche offen bleiben, ist der Eintritt frei. Haka: „Unsere Gäste legen zum Teil etliche hundert Kilometer zurück. Da ist es nicht einzusehen, dass wir ihnen Geld dafür abnehmen, unser Gelände betreten zu dürfen.“

 

Die Party

 

Das Gelände des Freeway Rider´s MC in Gelsenkirchen-Bismarck eignet sich hervorragend auch für größere Veranstaltungen. Vor Jahren haben die Freeways eine feste Bühne installiert, weil der ewige Auf- und Abbau auf die Nerven ging und die Kosten für geliehenes Equipment besser in der Clubkasse bleiben.

Vor dem Clubhaus erstreckt sich eine lange Theke, es gibt einen überdachten Grillbereich und ein Anbau für die Küche und die Bon-Kasse

So hielt sich der Aufwand für die großangelegte 30-Jahres-Party der Gelsenkirchener in erträglichen Grenzen, und wen das Wetter mitspielen würde konnte die Veranstaltung nur ein voller Erfolg werden!

Fünf Livebands, zwei Stripshows und ein Höhenfeuerwerk bildeten den Rahmen für eine angemessene Jubiläumsparty. Wie versprochen, war der Eintritt frei und auch die Preise blieben durchaus erschwinglich.

Im Clubhaus versorgte Long vom Chapter Bad Kissingen und Fernando vom Chapter Bottrop die Gäste mit Tattoos und Piercings, draußen boten Händler Bikerzubehör an. Wem es zu Langweilig wurde konnte sich in Form einer kostenlosen Bikerbibel in sein Zelt begeben.

Das miese Wetter dürfte Thema Nummer Eins auf den diesjährigen Bikerparties sein, doch die Freeways schienen den Papst in der Tasche zu haben: Der Freitag blieb warm und trocken. Auf der Bühne tobten sich Straight mit Rock und Oldies aus. Wieder einmal wusste nicht nur Frontfrau Manu mit ihrer markanten Erscheinung und Stimme zu überzeugen. Gegen 22 Uhr betrat die Gelsenkirchener Rock und Blues Band Mr.Blue die Bühne.Mit ihrem Stimmgewaltigem Frontmann Frank und dem nie Müde werdenden Schlagzeuger Ralf ( Vorstand des PC GE-Eastside) brachten sie das Gelände noch mal richtig zum beben.Zum Abschluss des Freitages gab es noch einen Strip der kurzfristig eingesprungenen Niki.Locker lies man dann die Nacht ausklingen.

Für den Samstag hatte der Wetterdienst Sturmwarnungen ausgegeben. So richteten sich Gelsenkirchener Blicke immer wieder sorgenvoll zum Himmel, doch der zeigte keine Anzeichen von Trouble.

Die anderen Chapter der Freeway Rider´s trafen sich an einem Zentralen Platz nah des Clubgeländes und fuhren dann gemeinsam nach Gelsenkirchen. Entsprechend groß war das Getöse, als ca. Hundertfünfzig Freeways auf das Partygelände fuhren.

So konnte die für den Nachmittag geplante Versammlung aller Freeways zum Gruppenfoto vor der Bühne in Angriff genommen werden. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Vorstände, Member und Prospects einigermaßen fotogerecht aufgestellt hatten. Ein MC wie der Freeway Rider´s ist eben keine militärische Truppe. Denjenigen, die angesichts des Fotos mit dem Zählen anfangen, sei gesagt: es fehlten noch einige! .

Nach der Fotosession startete das offizielle Bühnenprogramm pünktlich mit „Strange but True“, die ihrem Job als Anheizer mehr als gerecht wurden. Die Soundanlage, und wie sich später herausstellen sollte, auch die Lichtanlage konnten ohne weiteres mit professionellen Rockevents mithalten. Und auch die dafür angemieteten Generatoren tuckerten ohne Ausfall vor sich hin.

Partystimmung pur. Das erste Wochenende ohne Regen und die Freeways feiern Jubiläum!
Schnell füllte sich der Platz und man hatte schon Bedenken, dass das Gelände trotz seiner beeindruckenden Abmessungen für die zahlreichen Bikes und Zelte nicht reichen würde. Immerhin wurden noch ein paar Clubs mit größerer Anzahl Mitgliedern erwartet.

Die zweite Band ist nicht nur auf den Veranstaltungen der Freeways eine bekannte Größe: The Blizzards.
Mit echtem Kontrabass und einem Sänger, der nicht nur akrobatische Einlagen wie einen Eingehsprungenden Spagat fertig bringt, überzeugten die Blizzards mit ihrem knackigen Rhythm and Blues.

Wie schon im letzen Jahr hatten die Blizzard das Pech, das ausgrechnet während Ihres Auftritts der Regen einsetze und sich schnell zu einem heftigen Sturm entwickelte. Nomen est Omen ? Doch konnte das Unwetter der Stimmung keinen Abbruch tun.Zur Vorsorge hatten die Freeways ein großes Zelt in der Mitte des Geländes und weitere Unterstellmöglichkeiten, so dass keiner der Gäste im Regen stehen musste.

Nicht so viel Glück hatte der Black Devils MC, die noch unterwegs gewesen waren und die volle Dröhnung abbekamen. Pudelnass fuhren sie auf den Platz und waren sicher froh, das die Gastgeber ihnen ein trockenes Mannschafts-Zelt aufgebaut hatten.

Nach einer Stunde war der Auftritt der Blizzards vorbei und der Himmel klarte auf. Hatte Manni bis dahin stets darauf geachtet, dass das Timing des Rahmenprogramms eingehalten wurde, so brachte der Regen das Programm ein wenig durcheinander. Die erste Stripshow musste ausfallen, weil die Dame gar nicht erst erschienen war. Vielleicht ist sie ja aus Zucker oder auch einfach nur irgendwo im Schlamm stecken geblieben.

Also wurde die Ehrung vorgezogen. Anstelle andere Clubs mit Pokalen auszustatten, gab es Ehrungen in den eigenen Reihen: Puffi und Arno wurden geehrt für 20 Jahre Mitgliedschaft im Freeway Rider´s MC
Schließlich wurde auch dem Gründungs- und Motherchapter der Freeways (Hagen) eine besondere Ehrung zuteil: „Ohne Euch würde es uns nicht geben und auf das was wir sind können wir Stolz sein. Danke !“



Nach der Übergabe weiterer Gastgeschenke startete ein Höhenfeuerwerk vom Dach der Bühne, eindrucksvoll untermalt durch die Hymne der Freeway Rider´s.

Obwohl die anderen Bands durchaus auch als Headliner hätten auftreten können, setzte der Topact des Abends noch einen drauf: Die Dirty Deeds 79 aus Bonn hämmerten altbekannte AC/DC-Songs mit einer Qualität von der Bühne, die dem Original kaum nachstand. Beeindruckend nicht nur der Frontmann „Big Al“, sondern auch der Leadgitarist „Vangus“, der wie sein Vorbild Angus Young in kurzen Hosen auf der Bühne herumtobte und zwischendurch zur Freude des weiblichen Publikums die Hose runterließ und seinen Allerwertesten präsentierte.
Die Dirty Deeds überzeugten von der ersten bis zur letzten Minute und animierten zahlreiche Gäste zum Mitrocken, Headbanging und Ausflippen.

Noch während des Auftritts der Dirty Deeds präsentierte der Blond Engel Chantal ihre wohlgeformten Rundungen, in gekonnter Manier. Dafür war das Publikum spätestens jetzt in bester Stimmung und feierte nach dem letzten Riff der Hardrocker bei Konservenmucke weiter bis in den frühen Morgen. Das es dann noch einmal anfing zu tröpfeln, war zu diesem Zeitpunkt wirklich egal.

Der Freeway Rider´s MC Gelsenkirchen bedankt sich für die zahlreichen Gastgeschenke und Glückwünsche, bei den ebenso zahlreichen Gästen für die geile Party.

Allen F.R. Chaptern Germany/Poland
Gremium MC Germany
Zaida MC Kisdorf
MC Bruderschaft
Boundless MC
Biker-Haufen MC
Star-Riders
Hells Angels MC Essen
Adler Köln
Highway Lions Essen
Roadbreaker MC Datteln
Black Devils MC
Moorgeister
Free Chopper Association MCC
MC Rote Erde Ruhrpott
Bike and Trike Rider Team NRW

 

Für die Tatkräftige Unterstützung möchten wir uns bei dem Chapter Ibbenbüren, dem P.C. GE- Eastside, den Gelsenkirchenern Supportern, dem MC Rote Erde Ruhrpott, dem Speed. ,unseren Frauen und bei Moni und ihrer Theken Crew bedanken.

 

„Stolz und Aufrecht“ Freeway Rider`s MC Gelsenkirchen